7 Länder · 2 Rechtswege

Woher die Fachkräfte kommen – und was das rechtlich bedeutet

„Balkan“ ist keine Rechtskategorie. Kroatien ist EU – da brauchen Sie gar nichts. Für die sechs Westbalkanstaaten gilt ein eigenes Verfahren mit Kontingent.

Der Unterschied, den viele übersehen

Anbieter werben mit „Fachkräften aus dem Balkan“, als wäre das eine Gruppe. Rechtlich sind es zwei – und der Unterschied entscheidet über Aufwand, Dauer und ob überhaupt ein Kontingent im Weg steht.

Kriterium Kroatien (EU) 6 Westbalkanstaaten
Arbeitserlaubnis nötig? Nein – Arbeitnehmerfreizügigkeit Ja – Zustimmung der Bundesagentur
Visum nötig? Nein Ja
Kontingent? Nein Ja – 50.000 pro Jahr, 2025 am 2.12. erschöpft
Berufsanerkennung nötig? Nur bei reglementierten Berufen Nein (bei der Westbalkanregelung)
Typische Dauer bis Arbeitsbeginn Sofort möglich 10–12 Wochen
Rechtsgrundlage EU-Freizügigkeit Westbalkanregelung

EU-Mitglied: sofort einsatzbereit

Kroatien

EU seit 2013, volle Arbeitnehmerfreizügigkeit seit 2015. Keine Arbeitserlaubnis, kein Visum, kein Kontingent. Starke Berufsbildung in Metall, Bau, Tourismus und IT.

Sofort möglich

Die sechs Westbalkanstaaten

Für alle sechs gilt dieselbe Rechtsgrundlage: die Westbalkanregelung. Kein anerkannter Berufsabschluss nötig – aber das Jahreskontingent von 50.000 Zustimmungen ist auf Monate und Staatsangehörigkeiten aufgeteilt.

Bosnien und Herzegowina

Der grösste Kandidatenmarkt der Region. Stark in Metallverarbeitung, Schweissen, KFZ-Technik und Bau. Viele Fachkräfte mit Deutschland-Erfahrung in der Familie – und entsprechend häufig Deutschkenntnissen.

Serbien

Breites Spektrum von Industrie und Maschinenbau bis IT und Ingenieurwesen. Gut ausgebaute technische Ausbildung, grosse Zahl an Ingenieuren und CNC-Fachkräften.

Nordmazedonien

Erfahrung in Produktion, Textil, Bau und Logistik. Viele Fachkräfte mit Erfahrung aus internationalen Zulieferbetrieben im Land.

Montenegro

Kleinerer Markt, ausgeprägt in Gastronomie, Hotellerie und Bau – geprägt vom Tourismus an der Adria.

Kosovo

Sehr junge Bevölkerung. Stark in Bau, Montage, Gastronomie und Handwerk; hohe Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme im Ausland.

Albanien

Bau, Produktion, Gastronomie und Logistik.

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Fachkräfte aus Bosnien, Serbien, Kroatien und dem übrigen Balkan

Wer Personal aus dem Westbalkan sucht, sollte zuerst eine Unterscheidung treffen, die in der Werbung fast immer untergeht: Kroatien ist EU-Mitglied. Kroatische Staatsangehörige geniessen volle Arbeitnehmerfreizügigkeit – keine Arbeitserlaubnis, kein Visum, kein Kontingent, kein Verfahren. Für Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien und Montenegro gilt dagegen die Westbalkanregelung: ein eigener, unbefristeter Zugang ohne Pflicht zur Berufsanerkennung, aber mit einem Jahreskontingent von 50.000 Zustimmungen.

Für die Praxis heisst das: Wenn eine Stelle sehr schnell besetzt werden muss, lohnt der Blick nach Kroatien zuerst. Wenn es um Volumen und um Berufe ohne deutschen Abschluss geht – Schweisser, LKW-Fahrer, Bauhelfer, Monteure –, führt der Weg über die sechs Westbalkanstaaten. Und weil das Kontingent auch nach Staatsangehörigkeit aufgeteilt ist, kann es sich lohnen, bei der Suche nicht auf ein einzelnes Land festgelegt zu sein.

Welche Berufe aus welchem Land typischerweise kommen, steht auf der Seite Branchen. Ob Sie die Suche an eine Agentur abgeben oder über die Plattform selbst übernehmen, beantwortet der Rechner.