10 Fragen · ehrlich beantwortet

Was Arbeitgeber am häufigsten fragen

Auch die unangenehmen Antworten stehen hier – die erfahren Sie sonst erst im Verfahren.

Der praktische Grund ist rechtlicher Natur: Die Westbalkanregelung verlangt keinen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss. Genau daran scheitert das Fachkräfteeinwanderungsgesetz bei Praktikerberufen regelmässig – ein Schweisser mit 15 Jahren Erfahrung, aber ohne deutsche Gesellenprüfung, kommt darüber kaum ins Land. Hinzu kommen kurze Anreise, europäische Arbeitskultur und häufig bereits vorhandene Deutschkenntnisse durch Familienbezug nach Deutschland.

Vor allem Praktikerberufe: Schweisser und Schlosser, Elektriker, KFZ-Mechatroniker, LKW-Fahrer und Logistikfachkräfte, Bau und Montage, Produktion und Fertigung sowie Gastronomie und Hotellerie. Auch IT-Fachkräfte sind verfügbar – bei Hochschulabschluss ist dort aber häufig die Blaue Karte EU der bessere Weg, weil sie kein Kontingent kennt.

Realistisch 10 bis 12 Wochen für eine typische Vermittlung über die Agentur. Ein Casting mit praktischem Test vor Ort dauert rund sechs Wochen zusätzlich. Der grösste Zeitblock ist nicht die Suche, sondern die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit und das Visumsverfahren. Details dazu stehen unter Ablauf.

Ja, sofern das Verfahren eingehalten wird. Grundlage ist die Westbalkanregelung: Sie erfordert ein konkretes Arbeitsplatzangebot und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, die unter anderem prüft, ob die Arbeitsbedingungen denen inländischer Beschäftigter entsprechen. Die Regelung gilt unbefristet. Zu beachten sind das Jahreskontingent sowie berufsspezifische Anforderungen, die unabhängig vom Aufenthaltstitel weitergelten – etwa die Umschreibung ausländischer Führerscheine oder reglementierte Tätigkeiten.

Die Westbalkanregelung gilt für sechs Länder: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Kroatien gehört ausdrücklich nicht dazu – kroatische Staatsangehörige sind EU-Bürger und benötigen weder Visum noch Arbeitserlaubnis, sie können sofort anfangen. Mehr dazu auf der Seite Länder.

Unterschiedlich – und das ist die ehrliche Antwort. Durch die lange Migrationsgeschichte nach Deutschland und Österreich haben viele Kandidaten Deutschkenntnisse aus dem Familienumfeld, andere nicht. Das Sprachniveau ist auf der Plattform ein Filterkriterium, und die Agentur prüft es im Screening. Für die Westbalkanregelung selbst ist kein Sprachnachweis vorgeschrieben – wie viel Deutsch nötig ist, entscheiden Sie über Ihr Stellenprofil.

Es gibt zwei Preismodelle. Über Balkan Recruiters beginnt die Erfolgsprovision für den deutschen Markt bei 5.000 € je Vermittlung, fällig erst bei erfolgreicher Besetzung; die genaue Höhe hängt vom Profil ab. Über CandidateForce zahlen Sie pauschal 490 € pro Monat, unabhängig von der Zahl der Einstellungen, mit kostenlosem Einstieg für eine Stellenanzeige. Hinzu kommen Visumsgebühren und gegebenenfalls Berufsanerkennung. Der vollständige Vergleich steht unter Kosten.

Über die Agentur durch strukturiertes Screening von Zeugnissen und Berufserfahrung, auf Wunsch ergänzt durch ein Casting mit praktischem Test vor Ort – gerade bei Praktikerberufen ist das aussagekräftiger als jedes Zeugnis. Über die Plattform prüfen Sie selbst anhand der Profile und der Interviews. Eine formale Berufsanerkennung ist bei der Westbalkanregelung nicht erforderlich.

Das hängt nicht an der Zahl der Stellen, sondern an Ihrer eigenen Recruiting-Kapazität. Die Agentur rechnet je Vermittlung ab, die Plattform pauschal pro Monat. Wer eigene Recruiter hat und den Visumsprozess kennt, bekommt über die Plattform für weniger Geld mehr Kandidaten – und je mehr Stellen besetzt werden, desto klarer der Vorteil. Wer keine Kapazität hat, kauft mit dem Full-Service genau das ein, was fehlt. Der Rechner beantwortet das in vier Fragen.

Dann werden weitere Anträge abgelehnt. Das Jahreskontingent liegt bei 50.000 Zustimmungen und war 2025 bereits am 2. Dezember ausgeschöpft. Abgelehnte Anträge werden nicht ins Folgejahr übernommen, es muss neu beantragt werden. Das Kontingent ist zudem auf Monate und Staatsangehörigkeiten aufgeteilt. Wer plant, sollte deshalb früh im Jahr starten und die Vorabzustimmung nutzen.

Frage nicht dabei?

Vier Angaben reichen für eine konkrete Antwort: welcher Beruf, wie viele Stellen, bis wann, in welchem Land.

Häufige Fragen zur Rekrutierung aus dem Westbalkan

Arbeitgeber, die zum ersten Mal Mitarbeiter aus dem Ausland einstellen, stellen fast immer dieselben Fragen – und stossen dabei auf zwei Missverständnisse. Das erste: dass eine Berufsanerkennung nötig sei. Über die Westbalkanregelung ist sie es nicht, und genau darum funktioniert dieser Weg für Schweisser, Elektriker, LKW-Fahrer und Bauhandwerker. Das zweite: dass „Balkan“ eine einheitliche Gruppe sei. Kroatien ist EU – dort brauchen Sie überhaupt keine Erlaubnis.

Bei Dauer und Kosten lohnt sich Nüchternheit. 10 bis 12 Wochen sind realistisch, der Grossteil davon entfällt auf Zustimmung und Visum, nicht auf die Suche. Und bei den Kosten stehen zwei grundverschiedene Modelle nebeneinander: ab 5.000 € je Vermittlung über die Agentur, oder 490 € pro Monat pauschal über die Plattform, unabhängig von der Zahl der Einstellungen. Welches günstiger ist, entscheidet Ihre eigene Recruiting-Kapazität – nicht die Zahl der Stellen.